[Rezension] Die Erben von Atlantis - Kevin Emerson

Deutsches Cover
Englisches Cover

Titel: Die Erben von Atlantis 
Taschenbuch: 12,99€
Verlag: Heyne fliegt
Seiten: 432

Engl. Titel: The Lost Code - The Atlanteans #1
Gebunden: 22,58€


In einer feindlichen Welt musst du dich auf deine verborgensten Kräfte verlassen

Owen Parker lebt in einer Welt, die durch die Klimaerwärmung nahezu unbewohnbar geworden ist: Die Sonne stellt eine tödliche Gefahr dar, und die Menschen haben ihre Städte unter die Erde oder unter riesige Kuppeln verlegt. Owen kennt keine andere Welt und hält sich für einen völlig normalen Jugendlichen – bis er im Feriencamp beim Tauchen die Kontrolle verliert und feststellt, dass er ohne Sauerstoff mehr als zehn Minuten unter Wasser atmen kann. Er scheint über uralte, angeborene Fähigkeiten zu verfügen, die nicht nur ihm, sondern der gesamten Menschheit das Überleben auf dem zunehmend unwirtlichen Planeten ermöglichen könnten. Wenn Owen nur einen Weg findet, diese Kräfte zu begreifen und zu kontrollieren …


Ich muss sagen, ich hätte von der Kurzbeschreibung her eher ein anderes Buch erwartet. Die nahe, vollkommene Zerstörung der Erde durch den immer weiter fortschreitenden Klimawandel und das Leben der Menschen in Kuppeln, dass klang für mich ziemlich nach Dystopie. Tatsächlich handelt es sich aber bei Die Erben von Atlantis eher um einen Fantasyroman, in dem man über den bevorstehenden Untergang des zivilen Lebens leider recht wenig erfährt.  

Inhaltlich geht es um den Teenager Owen, der in der durch Klimaeinwirkungen zerstörten Welt in knapp 50 Jahren lebt. Er gehört zu der ärmeren Bevölkerungsschicht, die sich ein teures Leben innerhalb der zum Schutz gegen die Sonne gebauten Kuppeln nicht leisten kann, so dass er außerhalb in einem unterirdischen Hub leben muss. Jedes Jahr werden Plätze an die Kinder im Hub für ein Sommercamp in Eden (Name der Kuppeln) verlost. Owen hat Glück und gewinnt einen dieser Plätze. Bei einem Schwimmunfall in Camp Eden entwickelt Owen plötzlich Kiemen und entdeckt, dass er sich Unterwasser plötzlich viel besser bewegen kann als an Land. Endlich kann er mit seiner Angebeteten, Lilly, reden, denn sie vertraut ihm an, dass Owen nicht der Einzige mit Kiemen in Camp Eden ist. Jedoch soll Owen dieses Geheimnis für sich behalten, denn nicht alle im Camp sind den Kiemenatmern gut gesinnt. 

Der Beginn des Buchs ist ein eher etwas schwierigerer Einstieg in die Geschichte und das Ezähltempo, in dem die ganze Story um Owen eingeleitet wird, meiner Meinung nach viel zu langsam. 
Nach ungefähr 100 Seiten kommt die bis dahin eher zähe Geschichte aber doch nochmal in Fahrt und es wird zumindest vom Erzähltempo endlich mal ein bisschen angezogen. Natürlich möchte der Leser erfahren, wie Owen seine neuen Kiemen kennen lernt und seine Fähigkeiten entdeckt, ihn aber dafür über locker 50 Seite jede Nacht immer nur Schwimmen gehen zu lassen und dort Gespräche mit Lilly zu führen, scheint mir doch ein wenig übertrieben.
Als Owen plötzlich den wahren Zustand von Eden und Pauls geheime Machenschaften entdeckt, wollte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Der Autor hat es doch noch geschafft die Kurve zu kriegen und mich mit seiner Geschichte zu überzeugen.

Owen als Hauptperson habe ich als einen eher unscheinbaren Charakter empfunden. Er macht sich selbst die ganze Zeit so schlecht, beschreibt sich als mickrig und schwach und hat so gar kein Selbstbewusstsein. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass der Autor für ihn im Laufe der folgenden Bände eine Art Wandel zu einer starken Persönlichkeit geplant hat.
Lilly war mir ehrlich gesagt sehr unsympathisch. Sie scheint für Owen unerreichbar und weiß dies offensichtlich auch. Sie hat keinerlei liebenswerten Eigenschaften und lässt sich von Owen auf Händen tragen. Auch Owens ständige Schwärmerei für sie in seinen Monologen fand ich eher überzogen.
Ein Charakter, der mir gut gefallen hat, war zum einen Dr. Maria, über die ich gerne noch mehr erfahren hätte, und Beaker, der meinen Befürchtungen nach wohl nicht weiter im Buch vorkommen wird, aber trotzdem für den ersten Band meiner Meinung nach eine entscheidende Rolle gespielt hat.

Zusammengefasst gesagt fehlen mir immer noch einige Erklärungen zu offenen Fragen und auch in Sachen Logik ist dem Autor der ein oder andere kleine Fehler unterlaufen. Ich hätte mir außerdem noch ein paar mehr Informationen über das Leben außerhalb der Kuppel gewünscht, denn außer in ein paar Nebensätzen, wird kaum erwähnt, was da Draußen vor sich geht.
Der zweite Band hat auf jeden Fall noch Einiges zu beantworten!


Die Idee der Kuppel ist zwar nicht ganz neu (siehe Die Arena, Die Verratenen), aber dennoch gefällt mir das Grundprinzip von Die Erben von Atlantis und ich denke der zweite Band der Reihe hat auf jeden Fall noch viel Potenzial! 
Empfehlen würde ich diesen ersten Band Leseinteressieren, die auf der Suche nach einem eher ruhigen Fantasyabenteuer sind und sich für die Mythologie um Atlantis interessieren.


3/5


... an Heyne fliegt für dieses Rezensionsexemplar! :)

Kommentare:

  1. Das englische Cover gefällt mir um Längen besser :)
    Viele Liebe Grüße aus dem schönen Münsterland^^
    Simona

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Sind zwar wieder die typischen Jugendlichen drauf ;) aber du hast Recht, von den Farben her ist es viel schöner :)

      Löschen
  2. Klingt ja nicht schlecht. Hab noch nie was davon gehört, daher freue ich mich hier auf denem Blog was Neues entdeckt zu haben =)

    LG Sandra

    AntwortenLöschen